Mein erstes Bento oder Wie fange ich an?

Du möchtest auch Bento machen.

Du hast nun schon viele tolle Bentos gesehen und einiges darüber gelesen – und bist erst mal ratlos, wie nun Du Dein erstes Bento machen kannst. Denn: Du hast keine Bento-Box und nichts von den vielen  Dingen, die das Bento so hübsch aussehen lassen. Du kannst vielleicht keinen Reis oder noch gar nicht kochen.  Bento-Vorrat? Fehlanzeige. Und sooo japanisch möchtest Du Dein Bento vielleicht gar nicht füllen, Du kennst manche dieser Speisen/Zutaten nicht und weißt gar nicht, woher Du das alles bekommen sollst. Du hast auch nicht so viel Geld, das Du fürs Bento-machen ausgeben kannst.

Macht nichts! Auch Du kannst Bento machen. Die einzige Voraussetzung ist, dass in Deinem Kühlschrank bzw. dem Deiner Familie nicht gähnende Leere herrscht. Denn aus nichts kann man auch kein Bento machen.

Vorweg: Grundsätzlich ist es besser, mit Vorhandenem und Bekanntem (Zubehör, Nahrungsmittel) erst einmal zu experimentieren, anstelle vorab große Investitionen ins Ungewisse hinein zu tätigen.

  1. Ich habe keine Bento-Box. Ich kann/möchte mir keine Bento-Box kaufen.

    Macht nichts. Es muss keine originale Bento-Box sein. Bento ist nicht eine Frage der Box, sondern der Art und Weise, wie ich mein Essen für unterwegs zusammenstelle. Die Bento-Box ist dabei ein Transportmittel. Lies bitte hier weiter.

  2. Was kann ich als Bento-Box verwenden?

    Grundsätzlich ist jede flache Plastikdose mit (möglichst dicht schließendem) Deckel als Bento-Box verwendbar. Die Box sollte eine Höhe von ca. 3 – 5 cm haben — zu hohe Boxen lassen sich schlecht einpacken, die Box soll aber randvoll gepackt werden. Das Volumen sollte zwischen 450 ml (für Mädchen und Wenigesser) und 900 ml (für besonders Hungrige) liegen. Solche Dosen sollten sich eigentlich in jedem Haushalt finden. Es sind Gefrierdosen, Tupperdosen, Mikrowellen-Dosen, Brotdosen. Sehr gut geeignet sind auch die Lock&Lock-Dosen mit und ohne Einsatzschalen, die gibt es in der Haushaltswarenabteilung von Supermärkten, Kaufhäusern, Möbelhäusern oder dem Versandhandel für wenig Geld zu kaufen. Eine zusätzliche kleine Box für Beilagen ist gelegentlich hilfreich.

  3. Und was ist mit dem anderen, hübschen Zubehör?

    Das brauchst Du nicht zwingend, auch nicht unbedingt am Anfang. Du kannst es später Stück für Stück ergänzen. Wichtig sind Trenner für die Speisen: Da verwendest Du Salatblätter, Gurkenscheiben, eventuell etwas Pergamentpapier/Alufolie. Muffinförmchen aus Papier oder Silikon sind in Eurem Haushalt vielleicht auch vorhanden, oder eine kleine Plastikdose von-Irgendwoher-war-für-Irgendwas (stell sie sicher). Plätzchen-Ausstecher von der Weihnachtsbackerei findet sich auch in manchem Haushalt. Hölzerne Zahnstocher werden zu Mini-Spießen. Schaut mal beim Party-Bedarf im Geschäft, ob was Nettes dabei ist. Sojasaucen-Fische gibt es oft beim Sushi-Imbiss – frag mal ganz nett…

  4. Ich wohne noch bei meinen Eltern und möchte anfangen, Bento zu machen.

    Lies mal hier weiter …

  5. Ich würde gern Bentos machen, habe aber nicht soviel Geld.

    Die meisten Bento-Macher sind Studenten, Schüler, Auszubildende, junge Leute am Anfang ihrer Berufstätigkeit und junge Mütter – die haben sicher auch nicht die große Kohle. Mit Bento und etwas Phantasie kannst Du sehr günstig wirtschaften. Du musst nicht teuer unterwegs essen, Du kaufst nur die (wesentlich günstigeren) Zutaten und stellst sie selbst zusammen. Du kannst selbst kleine Reste noch prima verwerten – verwandle sie mit wenig Mühe in ein neues, leckeres Gericht für Dein Bento für morgen! Hauptbestandteil von Bentos (die Sattmacher) sind Reis und Nudeln – da kannst Du für 1 € lange essen! Auch Gemüse ist preiswert. Sicher sind die Mini-Früchte und Mini-Gemüse deutlich teurer als Ihre normal großen Verwandten, aber Du kaufst sie auch nur in Kleinmengen, ein Päckchen Cocktailtomaten reicht für die ganze Woche. Und aus den normalen Gemüsen kannst Du ausschneiden und ausstechen, was immer Dir gefällt. Fleisch und Fisch als teure Lebensmittel sind im Bento nur in Kleinmengen enthalten.

  6. Ich würde gern Bentos machen, habe aber leider keine Zeit.

    Hmmm, da musst Du eventuell Prioritäten setzen. Ich habe auch wenig Zeit, bei uns sind beide voll berufstätig in Stressberufen, wir haben Berge von Überstunden,  sind oft wochenlang beruflich unterwegs. Andere haben kleine Kinder und gehen arbeiten. Trotzdem legen wir Wert auf eine gesunde Ernährung, kochen häufig selbst und packen Bento. Für einen Restaurantbesuch muss man auch 1.5 Stunden einplanen, oder man muss mittags 10 min. in der Kantine anstehen, oder, oder … Ein Bento ist (bei etwas Vorausplanung) in 5 – 15 min. fertig in der Dose. Und – unser Essen schmeckt immer, jeden Tag – das ist bei Kantinenessen oder dem schnellen Imbiss unterwegs nicht so sicher.

  7. Vorweg ein Wort zur Nahrungsmittelhygiene

    Bereitet die Speisen nach Möglichkeit frisch zu. Das geht natürlich nicht immer. Häufig werden vorgekochte oder vorgefertigte Gerichte benutzt. Diese müssen unbedingt noch einmal durcherhitzt und dann gut abgekühlt werden, wenn sie länger als über eine Nacht im Kühlschrank gelegen haben. Gefrierwaren müssen ebenfalls durcherhitzt/abgekühlt werden, bevor sie ins Bento dürfen. Eine Mikrowelle eignet sich dazu sehr gut, ansonsten müsst ihr in einer Pfanne/einem kleinen Topf auf dem Herd erhitzen. Roher Fisch und Sushi vom Vortag gehören nicht ins Bento.  Pack nur abgekühlte Speisen ein, sonst bildet sich Kondenswasser (und nachfolgend Bakterien). Laßt den Bakterien keine Chance!

  8. Muss  ich das Bento wirklich in der Früh packen?

    Nein. Du kannst es schon am Vorabend vorbereiten. Aber manche Speisen werden vom langen Liegen „nicht besser“. Brot wird z. B. pappig, wenn es über Nacht mit einer Füllung im Kühlschrank liegt, manche Gemüse/Obst laufen braun an, wenn sie geschnitten längere Zeit aufbewahrt werden. Bereite das Bento so weit wie möglich zu, lass Platz für die kritische Speise (knüll Pergamentpapier hinein) und pack diese Speise dann am Morgen frisch dazu.

  9. Bevor es los geht

    … schau Dir bitte diese  Seite an — Anleitung: Wie man Bento macht, nicht nur das Video, lies auch den Rest.

  10. Nun geht es los — das Bento wird gepackt

    Vorbereitungen

    Die Grundvoraussetzungen (eine Box und Nahrungsmittel im Kühlschrank) sind erfüllt. Fangen wir an: Du brauchst Platz auf dem Arbeitstisch der Küche, leg Deine Bento-Box, eine Schneidunterlage (Brettchen) und ein scharfes, spitzes Messer bereit. Nun geht es an den Inhalt. Zuerst überlege Dir: Was für ein Bento kannst/möchtest Du denn machen? Gibt es einen Rest vom Hauptgericht, den Du mitnehmen möchtest? Du könntest alternativ ein Brot-Bento machen – nein,  kein langweiliges belegtes Brot. Setz den Bento-Blick auf und schau damit in den Kühlschrank. Du findest dort bestimmt geeignete Zutaten für dein Bento. Es müssen nicht die speziellen Bento-Zutaten sein, es geht auch einfacher.

    Zum Abteilen der Speisen eignet sich Salat sehr gut:  Kopfsalat, Eisberg, Romana, Eichblatt, Rucola, Feldsalat … – bitte ein Blatt Salat (oder eine vergleichbare Menge kleinblättriges Grünzeug) waschen, trocken tupfen und bereit legen. Möhrenstreifen und Gurkenscheiben eignen sich ebenfalls als Trenner. Falls vorhanden, stell auch Muffinförmchen aus Papier oder Silikon bereit.

    Hauptgericht

    Nun geht es los. Beginne an einer Schmalseite oder in einer Ecke mit dem Packen. Zuerst kommt das Hauptgericht hinein. Das ist entweder ein Reis-, Kartoffel- oder Nudelgericht (bzw. Reis/Nudeln pur) oder es ist Brot. Es stellt mit 3 von 6 Teilen den Kohlenhydratanteil Deiner Mahlzeit und füllt damit die Box etwa zur Hälfte. Pack es bis zur vollen Höhe (Platz für den Deckel beachten!) — Reis/Nudeln etc. fest zusammen schieben. Nimm dazu einen Pfannenwender oder einen Teigschaber.

    Protein-Anteil

    Das ist Fleisch, Wurst, Fisch, Käse oder Ei. Er sollte 1 von 6 Teilen ausmachen. Wenn Dein Hauptgericht diese Zutaten schon enthält, dann nimm etwas mehr Hauptgericht und schon hast Du Deinen Protein-Anteil  eingepackt. Ansonsten: Leg eine entsprechende Menge bereit, zerteile sie in mundgerechte Stücke. Hier findest Du eine Aufstellung, welche Speisen sich eignen und Vorschläge, wie Du sie zubereiten kannst.

    Gemüse-/Obst-Anteil

    Er sollte 2 von 6 Teilen Deines Bentos entsprechen. Sind Möhren, Radieschen, Gurke, Kohlrabi, Stangensellerie oder Paprika im Gemüsefach? Sie bilden einen preiswerten, leicht verfügbaren Gemüsevorrat zum roh-knabbern. Auch in Salzwasser vorgekochtes oder gedämpftes Gemüse z. B. Brokkoli oder Blumenkohl eignet sich gut. Es sollte nicht zu weich sein. Besonders der Gemüse- und Obst-Anteil bringt die Farbe ins Bento. Zerteile es in mundgerechte Stücke und lege sie bereit. Salate werden gewaschen, zerkleinert und abgetrocknet eingepackt; das Dressing nimmst Du extra mit und gießt es erst vor dem Essen dazu. Ist Obst im Haus? Äpfel, Orangen, Mandarinen, Kiwi, Trauben, frische Beeren aller Art (gefrorene matschen) sind Bento-taugliche Zutaten aus dem Standard-Angebot. Zubereitungsvorschläge findest Du hier. Speisen, die schnell braun anlaufen, kannst Du in leichtes Salz- oder Zironenwasser tauchen (gut abtropfen lassen).

    Einpacken

    Bedenke immer, daß Du die Speisen so herrichtest, daß sie einfach und ohne große Tropferei direkt aus dem Bento genommen und in den Mund gesteckt werden können. Nun packst Du alle bereitgelegten Speisen zu Deinem Hauptgericht in die Box. Halte Speisen unterschiedlicher Konsistenz (krümelig und feucht) sowie unterschiedlichen Geschmacks mit Trennern auseinander. Setze Feuchtes in extra Schälchen/Muffinförmchen. Laß keine Zwischenräume, fülle die komplette Höhe.

    Nun kommt das Dekorieren. Wieviel Mühe Du Dir damit machen willst, ist Dir überlassen. Für den Anfang reicht es vielleicht, geschnittene, frische Kräuter über das Hauptgericht zu streuen. Wenn Du Ausstecher hast, kannst Du aus einer Scheibe Gemüse oder Käse Ornamente ausstechen und darauf legen.

    Stell sicher, dass wirklich alles gut abgekühlt ist, bevor Du den Deckel schließt.

    Die ersten Bentos zu packen wird sicher länger dauern als gedacht und vielleicht werden sie nicht so gelingen, wie Ihr das wolltet. Das ist jedem so gegangen, lass Dich davon nicht entmutigen. Übung macht den Meister! Mit der Zeit geht man mit dem Bento-Blick einkaufen, schaut mit dem Bento-Blick in den Kühlschrank und packt alles mit geübten Handgriffen in wirklich kurzer Zeit appetitlich in die Box.

    Wenn Du die Bento-Box richtig voll gepackt hast, sollte beim Transport nichts durcheinander kugeln. Beim ersten Bento ist das eventuell noch nicht der Fall. Wenn Du genug Zeit hast, alles neu einzupacken, kannst Du jetzt deine Bento-Box mal vorsichtig auf die Seite legen oder schütteln — ähm, nein, tus lieber nicht 😉

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7 Gedanken zu “Mein erstes Bento oder Wie fange ich an?”

  1. kohoho sagte:

    Diese Seite ist wirklich gut ^^
    bin während meiner Suche nach Rezepten zu Bentos drauf gestoßen und hab mal bissl gelesen und es hat mir wirklich gut geholfen, was ich zum Beispiel alles für ein Bento nutzen kann ^^ hab auch gleich mal ein kleines ausprobiert, dadurch das noch fertiger Reis da war und mir gefällt es wirklich gut, ist auch recht einfach alles fertig zu machen ^^
    Vielen Dank dafür ^^

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  2. jap 😛 die Seite is echt gut
    ich bin erst 12 und hab beschlossen des jetz imma zu machen weil ich nach Japan ziehen will also wenn ich halt Erwachsen bin darum lern ich jetz grad Japanisch und alles was dazugehört wie die Religion, des Verhalten… also mit Verhalten mein ich halt dass sie sich sehr oft bedanken und entschuldigen 😀
    alle halten mich deshalb für Verrück, kann man verstehen oda?
    aba egal 😛 KA why ich des erzähl bzw. schreib 😉
    die Seite is auf jeden Fall echt gut – vorallem für so Anfänger wie mich 😛
    Danke das (KA wer die Seite erstellt hat) Sie die Seite erstellt haben 😀

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  3. Vielen Dank für das erstellen dieser Seite!

    Ich war jetzt 13 Jahre lang Schülerin und hab jeden Tag Bemme mit Brot mitgenommen…mal Tomaten oder anderes Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten aber insgesamt eher langweilig…so kams auch das mir öfter mal was in ner vergessenen Dose weggegammelt ist…ansonsten halt Schulessen..und ich muss sagen…alles extrem langweilig

    Deshalb hab ich (passend zum Start meines BFD’s) beschlossen mir ab sofort Bentos zu packen, wie du beschrieben hattest, hat man anfangs Angst..was muss ich berücksichtigen? Was einpacken? Wie geh ich an das ganze ran? All diese Fragen werden hier geklärt und jetzt kann ich es kaum erwarten mit den Arbeiten und Boxen packen anzufangen :)!

    Also vielen Dank liebe/r Ersteller/in, für deine Unterstützung im Kampf gegen langweiliges und ungesundes Essen :)!!

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  4. Danke für diese wirklich tolle Anleitung. Als Fan des japanischen Essens und der Kultur wollte ich schon länger mir mal ein eigenes Bento für die Arbeit machen wusste aber nie wirklich, wie ich es zusammenstellen muss. Hier hat nun jemand mal endlich „Idiotensicher“ erklärt, wie das geht.

    Vielen Dank dafür!

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  5. Amphibia sagte:

    Wie toll!… ist das denn hier erklärt! Ich mache auch schon seit Jahren meine „Bento-Boxen“ und mußte mir am Anfang alles mühevoll aus den I-Net zusammen puzzeln.
    Diese Seite ist ein Glücksgriff für alle Bento-Interessierten …
    Super gut gemacht…
    LG
    Amphibia

    Gefällt 1 Person

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